Josef Lemberger

Josef Lemberger

Josef Lemberger

Wenn ich so die Liste meiner Kolleginnen und Kollegen durchsehe, gleite ich wohl schön langsam in die Kategorie „Dinosaurier des Unterrichts“ ab, denn mein „Probejahr“ an der HTL Salzburg habe ich bereits 1985 gestartet! In all den Jahren bin ich den Designern treu geblieben, auch wenn ich in den Abteilungen Elektrotechnik, Elektronik, Bautechnik, Maschineningenieurswesen oder in den Abendschulen „Hilfe“ geleistet habe bzw. noch immer leiste.

Wie hält nun ein Lehrer über all die Jahre eine gewisse Spannung aufrecht, ohne zum „Professor Kaiser“ oder zum „Gott Kupfer“ zu werden?

  1. Wissen ausbauen, aber nicht GEGEN die SchülerInnen einsetzen: Ein mehrjähriger Studienlehrgang für Politische Bildung an der Uni Innsbruck, ein Kommunikationslehrgang an der PH Salzburg oder eine Zusatzausbildung für Ethik an der Uni Salzburg haben in meinem Falle die grauen Gehirnzellen in Schwung gehalten und die Angebotspalette für meinen Unterricht verbreitert.
  2. Das außerschulische Umfeld intensiv nützen: Kulturstätten – wie Theater, Galerien, auch Kino oder den gesamten Medienbereich – nicht nur „passiv“ konsumieren, sondern einladen und mit einbeziehen. Der Blick auf die Spielpläne (z.B. Schauspiel Salzburg oder Landestheater) und die Abstimmung auf die Jahresplanung bringt Abwechslung für alle Beteiligten. Alle mündlichen und schriftlichen Aspekte des Unterrichtsgegenstandes Deutsch – ob kreativ, appellativ, erörternd – erledigen sich so beinahe von selbst.

Ob die von der Politik gepriesene Zentralmatura aber weiterhin einen interessanten, abwechslungsreichen Unterricht zulässt oder ob ein striktes „learning for the test“ den Unterricht der nächsten Jahre prägen wird, bleibt für mich persönlich eine der spannendsten Fragen im Bildungsbereich.