Kreativwoche in Gmünd 09 der 3YHKU

Kreativwoche in Gmünd 2009

Kreativwoche in Gmünd 2009

Alle? Schön wär’s. Eigentlich würde man es 16 – 25 jährigen Menschen doch zutrauen, dass sie sich nicht gleich nach der Ankunft wegen der Aufteilung der Zimmer beinahe in die Haare kriegen,… Man soll nicht vorschnell urteilen.
Eine Stunde nachher beim Essen um 12 sind jedoch alle Meinungsverschiedenheiten so gut als möglich aufgeklärt und 31 Schüler plus 2 „ausgewachsene“ Lehrer warten hungrig auf ihr Essen.

„Hoffentlich is’ wenigstens gut!“ Einige Stimmen haben offensichtlich negative Erfahrungen mit „fremdem Essen“ gemacht oder haben von Geburt an „rassistische Vorurteile“ gegen „ausländisches“ Essen. Die armen Wiener Schnitzel, die eine kleine Fettschicht in ihrer Mitte nicht verbergen können, der arme Braten, der nicht hundertprozentig durch ist…

Nun nicht hier, zumindest nicht am ersten Tag!
Als Vorspeise eine vorzügliche klare Gemüsesuppe, die Hauptspeise Fleisch mit Schwammerlsoße und Kartoffeln. für die Vegetarier „Schlutzngrapferl“ und für alle mehr als genug.
„Halt! Dableiben Mädels, hab´’i noch gute Nachspeis’!“ ertönt der Ruf der sympathischen Kellnerin mit dem fremdländischen Akzent. Also gut, die Nachspeis’ auch noch. Obwohl eigentlich keiner mehr auch nur einen Bissen hinunter zu bringen scheint, isst die Gesellschaft auch noch die Nachspeise: ein Eisbecher mit Waffeln.

Das kurze Mittagsschläfchen vergeht wie im Flug und es folgt die Stunde der Entscheidung. Für welche der vier angebotenen Gruppen soll man sich entscheiden. Um die Entscheidung zu erleichtern wird ein Treffen mit den vier Künstlern arrangiert, die sich vorstellen und einen kurzen Einblick in die Arbeit erlauben, die sie mit uns Kreativen vorhaben. Dazu werden sie in vier Gruppen eingeteilt und dürfen im Rad die Künstler unter die Lupe nehmen.

Der Leiter des sogenannten „Haus des Staunens“, Manfred Tischitz, (ent-)führt in eine faszinierende Welt der ungewöhnlichen Musik. Klangschalen, die mit Wasser gefüllt sind und durch Reiben an den Henkeln zum Schwingen und Dröhnen gebracht werden, sind seine wichtigsten Instrumente. Es gilt das Motto: Unmusikalisch gibt es nicht! Alle Zweifler werden vom Gegenteil überzeugt. Jolanda scheint von den Klangschalen so fasziniert zu sein, dass sie das Wasser sehr stark zum Schwingen bringt und sich mit dem selbst gemachten Springbrunnen nass macht. Aber auch Windräder aus Aluminium, auf deren Flügeln Gummibänder gespannt sind, die das Geräusch einer leisen Brise bis hin zum stärksten Sturm nachahmen können, asiatische „Klangufos“, deren Namen schwer zu merken sind, Xylophone, bei denen die F und H Stäbe fehlen, seltsam aussehende Boxen, die außen mit Saiten bespannt sind, erschaffen, wenn sie zusammen erklingen, eine unglaublich schöne exotische Musik. Doch dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der Instrumente, die der Künstler, dessen Haare und Gesicht schon etwas grau und faltig aussehen, mit einem Freund entwickelt hat. Sie scheinen genau wie seine Augen voller Lachen und Leben zu sein, auch wenn sie nicht gespielt werden.
Seine Kollegen stehen ihm jedoch um nichts nach.

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